Mentale Orientierung & Sicherheit als Basis für mehr Vertrauen auf der Piste
- Anja Heimes

- vor 2 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Teil 1 der Blogserie „Mehr Selbstvertrauen auf der Piste“

Viele Menschen, die beim Skifahren Angst oder Blockaden erleben, glauben zunächst, sie müssten mutiger werden, sich zusammenreißen oder einfach wieder öfter fahren. Genau hier beginnt jedoch oft das Problem. Aus psychologischer Sicht ist es nicht sinnvoll, in Bewegung zu gehen, solange das innere System noch im Alarmzustand ist.
Angst ist kein Gegner – sondern ein Signal
Angst auf der Piste ist kein Zeichen von Schwäche. Sie ist eine biologisch sinnvolle Reaktion des Nervensystems auf wahrgenommene Unsicherheit. Studien aus der Stress‑ und Angstforschung zeigen, dass das autonome Nervensystem permanent prüft, ob eine Situation als sicher oder gefährlich eingestuft wird und ob wir sie bewältigen können oder nicht. Erst wenn ein Mindestmaß an Sicherheit erlebt wird, sind Lernen, Koordination und flexible Bewegung möglich.
Wird dieses Signal ignoriert oder bekämpft, verstärkt sich die innere Spannung häufig – selbst dann, wenn die äußeren Bedingungen eigentlich harmlos sind.
Warum Orientierung so entscheidend ist
Orientierung bedeutet psychologisch gesehen mehr als „zu wissen, wo man ist“. Sie umfasst: - das Einordnen der aktuellen Situation, - das Verstehen eigener Reaktionen, - das Wiedererkennen von inneren Mustern.
Menschen, die Angst beim Skifahren erleben, berichten häufig von diffusen Empfindungen: Unsicherheit, Kontrollverlust, plötzlicher Gedankendruck. Ohne Orientierung wirkt all das überwältigend. Mit Orientierung wird es benennbar – und damit handhabbar.
Sicherheit entsteht nicht durch Kontrolle
Ein verbreiteter Irrtum ist die Annahme, Sicherheit entstehe durch maximale Kontrolle. Psychologisch betrachtet gibt es da aber ein Problem: Je mehr ein Mensch versucht, innere Reaktionen zu unterdrücken oder zu kontrollieren, desto aktiver bleibt das Stresssystem.
Aktuelle Erkenntnisse aus der Emotions‑ und Traumaforschung zeigen, dass Sicherheit vor allem durch: - Vorhersagbarkeit, - Selbstwahrnehmung, - innere Kohärenz entsteht.
Die Basis für alles Weitere
Ohne Orientierung bleibt jede weitere Intervention oberflächlich. Erst wenn das Nervensystem Sicherheit erlebt, können neue Erfahrungen integriert werden. Orientierung deshalb kein „Vorspann“, sondern das Fundament des gesamten Prozesses.
In den nächsten Artikeln dieser Serie geht es darum, wie aus dieser inneren Sicherheit Präsenz, Bewegung und schließlich Integration entstehen.




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